EINBLICK HR 2017

Handlungsfelder der Digitalisierung

Am 14. September 2017 war es so weit: Zahlreiche Gäste waren der Einladung zur Auftaktveranstaltung von EINBLICK HR zum Thema „Handlungsfelder der Digitalisierung“ gefolgt. Gastgeber waren zwei führende Anbieter von Lösungen im HR-Management – managerberater, die Unternehmensberatung für Diagnostik- und Veränderungsmanagement, und SKOPOS VIEW als Anbieter von Feedback-Instrumenten wie Mitarbeiterbefragungen oder Stimmungsbarometern.

Nach kurzer Begrüßung der Gäste startete die Vortragsreihe mit praxisnahen Impulsvorträgen. Referenten waren vier erfahrene Manager, die von den Handlungsfeldern der Digitalisierung aus ihrem Berufsalltag berichteten. Dazu zählten Alexandra Mies, Head of HR Diagnostics bei Deutsche Telekom AG, Steffen Matzke, Strategic Account Manager bei der Siemens Industry Software GmbH, Andrea Kahlenberg, Gründerin und Leiterin des LRN LAB by innogy Consulting, sowie Peter Hübinger, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Home bei Miele & Cie. KG.

Schon während der Vorträge wurde das Diskussionsinteresse sowie der Informationsbedarf durch die vielen Nachfragen der zahlreich anwesenden HR-Vertreter deutlich. Diese Gelegenheit bot sich dann den Gästen spätestens nach dem Ende der Vortragsreihe bei einem zwanglosen Get-together, bei dem intensiv diskutiert, Positionen hinterfragt und die verschiedenen Sichtweisen zum Thema des Abends ausgetauscht wurden. Nicht zuletzt bot der Austausch Gelegenheit dazu, neue Kontakte zu knüpfen – ein gelungener Abschluss von EINBLICK HR.

Ein Blick auf die Referenten und Vorträge 2017

Neue Konzepte in der Eignungsdiagnostik – Einzug der Digitalisierung.

Alexandra Mies

Alexandra Mies

Head of HR Diagnostics Deutsche Telekom AG

Alexandra Mies, die bei der Deutsche Telekom AG die globalen personaldiagnostischen Prozesse verantwortet, startete als erste Referentin. Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen neue technische Möglichkeiten im Bereich der Personaldiagnostik. Hierzu zählt beispielsweise AppSelect – ein von Deutsche Telekom AG entwickeltes Programm, das bei Assessment-Centern zur Anwendung kommt und sowohl Teilnehmern als auch Beobachtern alle benötigten Unterlagen auf dem Tablet zur Verfügung stellt. Mit dieser App wird der gesamte Bewertungsprozess vereinfacht, Übertragungsfehlern vorgebeugt und natürlich werden auch positive Effekte beim Umweltschutz erzielt.

In Zukunft sollen basierend auf diesem System und mithilfe von Telepresence gesamte Assessment-Center mit Mitarbeitern an verschiedenen Standorten durchgeführt werden – in Echtzeit, virtuell und doch in einer nahezu realen Situation. Neben diesen Möglichkeiten zeigte Alexandra Mies aber auch die Grenzen der Digitalisierung von diagnostischen Prozessen auf – beispielsweise sind komplexere Aufgabenstellungen, wie zum Beispiel Fallstudien, digital per Tablet nicht auf die gleiche Art und Weise zu bearbeiten wie in Papierform. Und trotz räumlicher Unabhängigkeit soll der Moderator des Verfahrens auch in Zukunft immer am selben Standort wie der Teilnehmer sein, um einen persönlichen, wertschätzenden Kontakt zu ermöglichen und um größtmögliche Kundenorientierung zu garantieren.

The brave new World – Chancen und Herausforderung der Digitalisierung für Organisation und Kultur im Unternehmen.

Steffen Matzke

Steffen Matzke

Strategic Account Manager Siemens Industry Software GmbH

Als zweiter Referent gewährte Steffen Matzke, Strategic Account Manager, Einblicke hinter die Kulissen der Siemens Industry Software GmbH. „Digitalisierung verändert alles“ – mit diesem Einstieg legte Steffen Matzke dar, dass nicht nur der HR-Bereich, sondern ganze Geschäftsmodelle sich durch die Digitalisierung verändern; wie neue Arbeits- und Denkweisen entstehen und wie „alte“ Vorgehensweisen daran zu scheitern drohen.

Diese Veränderungen von Prozessen und Strukturen erfordern einen stärkeren Fokus auf die Mitarbeiter, um sie mitzunehmen und nicht zu überfordern oder im Stich zu lassen mit den Herausforderungen „der neuen Welt“. Außerdem rücken globale Kollaborationen und die Integration einer Wissenskultur in den Mittelpunkt. Und nicht zuletzt dürfen auch die Rekrutierung und der Wettbewerb um neue Talente nicht vernachlässigt werden, durch welche dieser Wandel (technisch) erst möglich wird. Die Siemens Industry Software GmbH setzt deshalb auf kontinuierliches Change Management, das auf einem Kreislauf von Feedback und Improvement basiert.

Digitale Transformation – Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern.

Andrea Kahlenberg

Andrea Kahlenberg

Founder & Director LRN LAB by innogy Consulting

Andrea Kahlenberg, Gründerin und Leiterin des LRN LAB by innogy Consulting, begleitete die Prozessumstellungen beim Aufbau der jungen RWE-Tochter Innogy hautnah. Zuvor hatte sie oft erlebt, dass die Zukunft einer Organisation basierend auf der Vergangenheit prognostiziert und geplant wurde – durch die digitale Transformation bringt die Zukunft allerdings so viel Ungewissheit mit sich, dass dieser Ansatz aus ihrer Sicht nicht mehr zielführend ist. Statt sich an Best Practices aus der Vergangenheit festzuhalten, plädierte sie dafür, den Fokus auf die Zukunft zu legen und der Ungewissheit offen zu begegnen. So berichtete sie bei EINBLICK HR von ihrem Ansatz, Führungskräfte in ihrer Zukunftsfähigkeit zu unterstützen und zu begleiten

Dazu führte das LRN LAB Trendforschungen durch und entwickelte Angebote für Führungskräfte, in deren Rahmen die „Buzzwords“ der Digitalisierung definiert, mit Inhalten gefüllt und ihre Verknüpfungen erläutert wurden. Auf dieser Grundlage war es den Führungskräften möglich, auf einer gemeinsamen Basis das gegenseitige Verständnis sowie die Chancen neuer Methoden zu beleuchten, sich darüber auszutauschen und diese in ihrem tieferen inhaltlichen Sinne umzusetzen. „Die Zukunft ist Lernen“ – mit dieser These verdeutlichte Andrea Kahlenberg den niemals endenden Lernprozess als wichtige Voraussetzung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Digitalisierung bei Miele – Einfluss der agilen Innovationsmodelle auf die Führungskräfte eines mittelständischen Unternehmens.

Peter Hübinger

Peter Hübinger

Leiter Geschäftsbereich Smart Home Miele & Cie. KG

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Peter Hübinger, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Home bei Miele & Cie. KG. Er stellte dar, inwieweit der Change-Prozess in seinem Unternehmen durch das Zusammenführen einzelner Kompetenzfelder erschwert wurde. Die Geschäftsbereiche, welche je nach Produkt in Sparten organisiert sind, müssten laut Peter Hübinger gerade in Zeiten der Digitalisierung in stärkerer Weise vernetzt werden. Der Kunde erwarte heute nicht mehr nur ein einzelnes Produkt zur Lösung seines Problems, sondern ein vernetztes Ökosystem, so Hübinger.

Diese Vernetzung wird vor allem mit der Unterstützung von HR erreicht: Durch weniger fachlich und verstärkt methodisch versierte Führungskräfte, durch interdisziplinäre Teams und einen kontinuierlichen Wissensaufbau kann diese Veränderung von Personalseite wirkungsvoll unterstützt werden. Wichtig ist auch die Befähigung der Mitarbeiter zum innovativen Handeln – trotz oder gerade wegen der gewachsenen Strukturen eines Traditionsunternehmens. Peter Hübinger rät hier zur strategischen Beidhändigkeit, einer Balance zwischen dem eher konservativen „Garantie-Ansatz“ und einer agilen Herangehensweise – beispielsweise durch Festlegung eines Budgets für ein bestimmtes Ziel, über welches dann frei verfügt werden kann.

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